Teddy Schmacht

BIOGRAFIE

Musik voller Sehnsucht und Rhythmus, Texte mit Abgründen und voller Überraschungen, eine Stimme, so kräftig und gerade heraus, dass man ihr alles glauben möchte, ein Auftreten in bester Ratpack-Tradition – das ist Teddy Schmacht. Doch wer ist dieser Mann, der sein Publikum Abend für Abend mit seinen Songs und Geschichten verzaubert?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich trink ´nen Ouzo, was trinkst denn Du so?

 

 

Seinen Schicksalssong schrieb Teddy Schmacht gleich zu Beginn seiner Karriere. Eine heftige Bierlaune nach einem unbedeutenden Auftritt anlässlich einer Geburtstagsfeier im Kreise seiner Bandkollegen brachte den Titel hervor. Text und Musik dazu schrieb Teddy verkatert und ohne größere Ambitionen am nächsten Morgen in sein schwarzes Notizbuch, nicht ahnend, dass er damit eine entscheidende Weiche seines musikalischen Werdegangs gestellt hatte.

„Die Jungs kommen mal groß raus“, sagte wenig später kein Geringerer als der Großsänger Heino über Teddy und seine damalige Band “Die Hits”. Er hatte den Song als prominentes Jurymitglied eines MDR-Musik-Wettbewerbs gehört und mit seinem Votum – immerhin – auf den dritten Platz gehievt.

Obwohl sich Heinos Weissagung nur teilweise erfüllt hat, gehört dieser schönste von Teddys Thekensongs seitdem zu den unbestrittenen Höhepunkten eines jeden Teddy Schmacht-Konzertes. Ein Erfolg mit Folgen: Während bei anderen männlichen Künstlern von Teddys Zuschnitt für gewöhnlich Büstenhalter und Hotelzimmerschlüssel auf die Bühne fliegen, schickt man ihm im Lauf der Show gleich mehrere und meist sehr großzügig bemessene Runden Ouzo auf die Bühne, mit denen der tapfere Sänger dann fertig werden muss. „Einmal war es sogar ein bisschen zuviel“, gibt der Entertainer freimütig zu. „Aber das Publikum ist eben das Publikum. Ich liebe es, ich diene ihm gern!“ Und so bleibt das griechische Nationalgetränk untrennbar mit Teddy Schmacht und seiner Musik verbunden.

Von Elvis zu Dino zu Udo zu Teddy…

 

War es die Blaskapelle auf der Seebühne im Karlsruher Stadtgarten, die Teddy schon mit drei Jahren regelmäßig dirigierte, wenn die Familie den Zoo besuchte? Waren es die Musikdarbietungen beim Weihnachtsbazar der Gemeinde St. Markus?  Oder der „Besenbinder“ aus „Hänsel und Gretel“, den ihm der Großvater abends am Bett manchmal vorsang? Die Beethoven-Sonaten, denen er Sonntag vormittags unter dem Flügel seines Vaters liegend lauschte? Das dichterische Talent seiner Mutter? Die ZDF-Hitparade? Elvis Presley? Udo Jürgens?

Was Teddy Schmacht auf die Bühne getrieben hat, weiß man nicht genau. Auch Teddy nicht. Nur soviel: Der Drang, sich in Szene zu setzen, etwas darzustellen und andere damit zu unterhalten war immer da. Seit frühester Kindheit. Ein Hang zu eigentümlichen Faschingsverkleidungen, Hüten, Frisuren und altmodischen Kleidungsstücken, ein vorübergehender Uniformfetischismus, Karel-Gott-Imitationen vor dem Badezimmerspiegel und Elvis-Presley-Playback-Konzerte im Familienkreis waren Vorboten dessen, was kommen würde.

Elterliches Wohnzimmer, 1988 I Foto: Privat

Einen Fettfilm auf dem Kopfkissen hinterließ die pomadisierte Elvis-Tolle, die Teddy als Teenager würdevoll vor sich hertrug, unbeirrbar, allen Lästereien zum Trotz, mit dem festen Ziel vor Augen, erst Lastwagenfahrer und dann international gefeierter Plattenmillionär mit Nashville- und Las-Vegas-Vergangenheit zu werden. Im Sportunterricht und Fußballverein eine eher mäßige Figur machend hörte Teddy lieber Musik von Dean Martin und Elvis Presley, übte heimlich Hüftschwünge, die richtige Mikrofonhaltung, Gesichtsausdrücke, neue Frisuren und brachte sich sogar dreieinhalb Gitarrenakkorde bei, die er auch heute noch meisterhaft zu kombinieren weiß.

Noch heimlicher hörte er – als 16-Jähriger Anfang der 90er Jahre erschien ihm das jedenfalls noch sehr verbergenswert – deutsche Schlager, Chansons und die Musik von Udo Jürgens, die ihn schließlich selbst zum Schreiben brachte. Große Melodien entstanden in der Folge, mit so verheißungsvollen Titeln wie „Eine Nacht mit Teddy Schmacht“, „Stürme der Liebe“, „Ungeweinte Tränen“ oder „Die Bluse“.

 

Songs von Liebe, Laster und Leidenschaft

 

Mit seiner ersten Band „Teddy Schmacht und die Hits“ machte sich der Sänger zwischen den Indie- und Grungebands jener Jahre bald einen Namen als unterhaltsamer Exot. Neben seinen Songs wurden seine überlangen, immer frei improvisierten Ansagen legendär und ebenso wie der schwarze Smoking, das rote Einstecktuch und das kräftige Udo-Jürgens-Timbre fester Bestandteil seiner Unterhaltungskunst. Gemeinsam gewann man regionale Wettbewerbe und Newcomerfestivals, eroberte Heinos Herz in Sachsen und erschloss Stück für Stück die heimatliche Musiklandschaft mit Ihren Open Air-Festivals, Brauereifesten, Weihnachts- und Geburtstagsfeiern, ihren kleinen und großen Bühnen. Stück für Stück entwickelte sich Teddy zu dem was er heute ist: ein Entertainer alter Schule, der nur eines will – sein Publikum stets auf’s Neue zu bewegen, zu begeistern, zu rühren. Mit Herz, mit Leidenschaft, mit Charme.

 

  

 

Im Laufe seiner Lehr- und Wanderjahre ist Teddy manchem Urgestein der Pop-, Jazz- und Schlagerwelt begegnet, wohlwollende Schulterklopfer und gute Ratschläge inklusive (von den Urgesteinen an ihn). Und gab’s doch mal Kritik vom erfahrenen Kollegen, war der Tenor dennoch immer: „Weiter so, die Richtung stimmt schon.“

 

 

Aber daran hat Teddy ohnehin nie gezweifelt: Einen kurzen Ausflug in das bürgerliche Berufsleben als Pressesprecher einer Münchner Großbrauerei beendete er 2011, um sich ganz seiner Bühnenkarriere widmen zu können. Seitdem lebt Teddy Schmacht ganz und gar für die Musik, die Bühne, den nächsten Auftritt und sein Publikum, wo auch immer es auf ihn wartet.